Arbeitstherapie

Unser Leistungsangebot

Eingliederungshilfe in unserem tagesstrukturierenden Angebot unterstützt durch pädagogische und arbeitstherapeutische Leistungen, durch soziales Lernen in der Gruppe, durch Förderung zur Vorbereitung auf Bildungsmaßnahmen sowie durch Elternarbeit junge Menschen und junge Erwachsenen und soll sie befähigen, an Bildungsangeboten der Schule und Maßnahmen der Agentur für Arbeit teilnehmen zu können. 

Individuell angepasste gestufte schulische Lernförderung im Schulvorbereitungskurs, zur Vertiefung und Auffrischung von Lernstoff und Etablierung eines belastbaren Schulalltages oder Ausbildungsalltag.

Kombinierte Lernstrukturierung und Anpassung von Lerneinheiten mit wechselnden Tätigkeiten im Arbeitstherapiebereich zur besseren Entwicklungsplanung, Entlastung von Lernüberforderung und individueller Förderung.

In der externen Arbeitsstruktur werden kompetenzzentrierte Methoden mit ausgewählten handwerklichen Techniken, Umgang mit neuen Medien, alltags- oder freizeitbezogenen Tätigkeiten oder Übungen zum motorischen, sozialen, beruflichen oder kognitiven Training ausgeführt, um nicht vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlernen und zu üben. Sie umfasst einen ergebnisorientierten Ansatz mit prozesshaften Anteil.

Individuell am Hilfebedarf orientierte Erstellung einer angepassten Tagesstruktur, begleitet durch komponierte sozial- und arbeitspädagogische Fachkräfte, zur Stabilisierung, Förderung und Vertiefung von schulischen, beruflichen und alltäglichen Fähigkeiten/Fertigkeiten an 6 Stunden pro Schultag.

Individuell angepasster didaktisch reduzierter Lernstoffinhalte für Lernbeeinträchtigungen aufgrund von psychischen Erkrankungen und/oder seelischen Behinderungen. 

Kleiner reduzierter Klassenverband und intensivere Einzelbetreuung im Lernprozess.

Eine Kooperation mit der hausinternen Berufsschule ermöglicht den Lernstand des jungen Menschen zu evaluieren und die Lernpläne individuell zu gestalten. Die jungen Menschen werden auf die Schulfremdenprüfung vorbereitet.

Die externe Tagesstruktur setzt gezielt Methoden ein, damit der junge Mensch und junge Erwachsene wieder belastbarer wird. Dabei arbeitet der Betroffene allein oder in der Gruppe an konkreten und pragmatischen Aufgaben.

Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist eine ganzheitliche Sichtweise des Individuums innerhalb seines gesellschaftlichen Kontextes.

Zugang zum Angebot und Zielgruppe

Zugang zum Angebot

Aufgenommen werden grundsätzlich junge Menschen und junge Erwachsene ab 15 Jahren, die in ihrer gegenwärtigen Situation nicht in der Lage sind, auf Grund persönlicher und sozialer Schwierigkeiten, ohne umfassende fachliche Hilfe ihren Alltag zu gestalten. 

Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die psychisch erkrankt sind, an einer seelischen Behinderung leiden oder von seelischer Behinderung bedroht sind. Ziel unserer Arbeit ist es, junge Menschen dahingehend zu fördern und zu unterstützen eine möglichst weit reichende Selbständigkeit und Kompetenz (wieder) zu erlangen und eine Teilhabe an allen Lebensbereichen zu ermöglichen.


Störungsbilder

  • generelle Antriebsschwäche
  • Störungen im Arbeits- und Leistungsverhalten
  • soziale Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen oder soziale Isolation
  • generelle Unselbständigkeit, Lebensuntüchtigkeit und eingeschränkte Alltagsbewältigung
  • Drogen- und Schuldenproblematik
  • keine adäquate Möglichkeit mit Finanzen umzugehen
  • psychische Instabilität (auch bei: ADHS, Depressionen, Aggressionsschüben)
  • Entwicklungsstörungen im körperlichen, intellektuellen oder emotionalen Bereich
  • allgemeine Perspektivlosigkeit im Leben
  • Hygieneproblematik
  • Diskrepanz zwischen physischem und psychischem Alter
  • „Null-Bock“-Haltung und innere Verkapselung
  • delinquente Verhaltensweisen.


Nicht aufgenommen werden

  • Personen mit akuter Selbst- und Fremdgefährdung
  • Personen mit klinischem Bedarf 
  • Personen mit akuter Suchproblematik

Personelle Ausstattung

  • Im Betreuungsdienst arbeiten Mitarbeiter verschiedener Professionen interdisziplinär zusammen. Dazu können Dipl. Pädagogen, Sozialpädagogen, Arbeitserzieher, Erzieher und Heilpädagogen gehören.  
  • Die sozialpädagogische Arbeit wird ergänzt durch den Fachdienst mit Diplom-Psychologen. 
  • Wöchentliche Teamsitzungen stellen den Informationsfluss zwischen Team und Fachdienst sicher. 
  • Neben regelmäßig stattfindenden Fall- und Teamsupervisionssitzungen nehmen alle Mitarbeiter:innen an internen wie externen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teil.
  • Die medizinische Betreuung und Behandlung ist durch den ortsansässigen Bereich der Medizin-Therapie -Psychiatrie gewährleistet.


Psychlogischer Fachdienst

Die Angebote des psychologischen Fachdienstes unterstützen die kontinuierliche Ausgestaltung, Umsetzung und Reflexion der Hilfe- und Erziehungsplanung und dienen grundsätzlich der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. Sie richten sich zum einen an die Mitarbeiter und zum anderen an die jungen Menschen selbst.

Wie auch die pädagogische Arbeit richtet sich die psychologische Unterstützung am aktuellen Bedarf des jungen Menschen aus.  Jeder junge Mensch ist einem Psychologen/einer Psychologin fest zugeteilt. 

Es werden regelmäßig Einzelgespräche angeboten, die der Diagnostik, der Unterstützung der pädagogischen Arbeit und gegebenenfalls der Krisenintervention dienen können. 

Die Psychologen bieten auch psychoedukative Themenabende an sowie bei Bedarf störungsspezifische Gruppen. Die Psychologen stehen den pädagogischen Mitarbeitern beratend und unterstützend zur Seite. Sie nehmen an Teamsitzungen und an Hilfeplangesprächen teil und bieten interne Schulungen an.

Pädagogisches Konzept

Die Ausgestaltung der individuellen Betreuung des jungen Menschen und jungen Erwachsenen richtet sich nach den Zielen des jungen Menschen und jungen Erwachsenen und nach dem mit allen Beteiligten im Hilfeplan formulierten Auftrag.

Die externe Tagesstruktur bietet in der Betreuungsphase Gruppen- und Einzelangebote, welche in einem strukturierten Rahmen an fünf Tagen in der Woche 6 bis 8 Stunden am Tag stattfinden.
 
Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist eine ganzheitliche Sichtweise des Individuums innerhalb seines gesellschaftlichen Kontextes. Deshalb stehen im Mittelpunkt unseres Ansatzes alle Bezüge, welche die Lebenswelt der jungen Menschen ausmachen, die ihre Persönlichkeitsentwicklung und auch die momentane Situation beeinflussen.

Als Voraussetzung für eine befriedigende Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sehen wir neben dem Erwerb von Normen und Werten auch die Interaktions-kompetenz des jungen Menschen, d.h. die Fähigkeit, in angemessener Form Bedürfnisse zu äußern und Forderungen zu stellen.

In der Jugendhilfe müssen wir grundsätzlich davon ausgehen, dass wir teilweise mit einem Personenkreis zu tun haben, der traumatisierende Erfahrungen gemacht hat. Einige junge Menschen haben nicht nur ein einzelnes Trauma erlebt, sondern waren sequentieller Traumatisierung ausgesetzt. Dies können z.B. Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen oder auch emotionale oder körperliche Vernachlässigung sein. So etwas hat immense Auswirkungen auf die psychosoziale Entwicklung und Beziehungsgestaltung der Betroffenen.

Aus diesem Grund orientieren wir uns in unserer Arbeit an den Grundhaltungen der Traumapädagogik beziehungsweise der Pädagogik des sicheren Ortes. Es soll ein Milieu geschaffen werden, in dem die jungen Menschen neue, heilsame Erfahrungen machen können.

Junge Menschen zu erziehen, heißt für uns, das Vermitteln von sozialen Kompetenzen. Damit ein Mensch sozial in einer Gesellschaft integriert ist, muss er in der Lage sein, mit seinem Nächsten in adäquater Form in Beziehung zu treten.

Mit dem Ziel dem jungen Menschen ein Modell für gelebte zwischenmenschliche Beziehungen zu bieten, ist unser Umgang mit ihnen beziehungsorientiert. 

Um das Führen einer gesunden Beziehung zu ermöglichen, arbeiten wir nach dem Bezugsbetreuersystem. Das bedeutet, dass jede Teilnehmer:in einer Kontaktbetreuer*in zugeordnet ist, die für ihn oder sie direkte Ansprechpartner*in und Vertrauensperson darstellt. Am Beispiel dieses Beziehungsmodells erhält der junge Mensch die Möglichkeit, neue Beziehungsmuster zu erleben und diese einzuüben. Wichtig ist dabei eine festhaltende Pädagogik, d.h. der junge Mensch erfährt, dass auch bei Fehlverhalten kein Beziehungsabbruch von Seiten des Betreuers stattfindet („…und ich mag dich trotzdem“). 

Auf der Grundlage dieses stabilen Rahmens erlernt der junge Mensch soziale Kompetenz, verschiedene Formen von zwischenmenschlichen Kontakten, das Führen von Gesprächen und das Eingliedern in eine soziale Gruppe.

Unser Umgang mit den jungen Menschen ist ressourcenorientiert. Das heißt wir setzen an ihren Stärken und Interessen an und unterstützen sie dabei, diese auszubauen. 

Es gibt Verhaltensweisen, die auf den ersten Blick störend wirken, die aber durch die Verschiebung in einen anderen Kontext oder durch positives Umdeuten eine Ressource und Chance beinhalten.

Jedes berufliche Handeln unserer Pädagogen ist pädagogisches Handeln. Selbst Tätigkeiten, die nur indirekt mit dem jungen Menschen zu tun haben, sind durch ihre Vorbildfunktion pädagogische Handlungen und haben Einfluss auf den jungen Menschen. 

Im Sinne der bereits erwähnten ganzheitlichen Sichtweise berücksichtigen wir nicht nur den kognitiv-intellektuellen Aspekt, sondern gehen auch auf das Zusammenspiel von körperlichen und affektiven Aspekten ein, d.h. unsere Pädagogik berücksichtigt die körperliche, geistige und seelische Entwicklung des jungen Menschen und bezieht seine Persönlichkeit und Lebens- bzw. Erfahrungswelt mit ein. Dabei ist die Entwicklung eines Menschen für uns ein ganzheitlicher Reifungsprozess im Zusammenspiel von Sinneswahrnehmungen, Denkleistungen, Bewegungsabläufen und Gefühlen.

Erweiternd dazu betrachten und berücksichtigen wir auch den Hintergrund des jungen Menschen, d.h. er hat eine eigene Biografie, die sich aus seinen bisherigen Erfahrungen in seiner Herkunftsfamilie und seinem persönlichen sozialen Umfeld zusammensetzt.

Beschwerdemanagement und Partizipation weiteres in der Gesamtkonzeption des BBWNs

Die jungen Menschen werden in Entscheidungen miteinbezogen. Durch Partizipation des jungen Menschen im Gruppengeschehen wird die unmittelbare Übernahme von Verantwortung ermöglicht. Partizipation fördert seine Persönlichkeitsentwicklung, unterstützt die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und steigert sein Verantwortungsgefühl. Dabei wird Demokratie als Lebensform eingeübt und die Bearbeitung von Problemstellungen sowie die Suche nach Lösungen erlernt. Außerdem erhalten Menschen mit traumatischen Erfahrungen durch Partizipation das Gefühl der Kontrolle über ihr Leben zurück.

Ein weiterer Aspekt ist unser geregeltes Beschwerde-verfahren. 

In unserem Kundenservice haben wir eine unabhängige Beschwerdestelle eingerichtet, die sowohl von den Teilnehmer*innen als auch von den Mitarbeiter*innen eingeschaltet werden kann. Wir nehmen alle Beschwerden ernst und klären die gemeldete Beschwerde in Zusammenarbeit mit unserer Geschäftsführung.

Die Teilnehmer*innen unserer Hauses werden über das Angebot der Beschwerdestelle informiert (über Aushänge und bei Einzug bzw. Beginn der Maßnahme) Ein Termin ist nach telefonischer Vereinbarung möglich. Der genaue Prozessablauf bzw. die dazugehörige Verfahrensanweisung findet sich im QM-System und in unserem Gewaltschutzkonzept.

Wie vorstehend beschrieben, steigt in aufsteigender Reihenfolge auch die Leistungsanforderung an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das heißt der Arbeitsbereich Garten hat dabei die geringsten Leistungsanforderungen und der Arbeitsbereich Holz die höchsten. 

Im Vordergrund steht aber bei allen drei Angebotsbereichen das Austesten der Stärken, Interessen und Ressourcen, sowie der Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, worauf wir jederzeit Rücksicht nehmen. Ist ein Wechsel in Schule oder Ausbildung noch aufgrund fehlender Stabilität des jungen Menschen noch nicht möglich, so kann ein weiteres Verbleiben in der Arbeitspädagogik mit dem Kostenträger weiter vereinbart werden. 

Diese beinhalten:

  • Hilfeplanung und Erziehungsplanung 
  • Beziehungsarbeit 
  • Gestaltung von Gruppenatmosphäre 
  • Zielorientiertes pädagogisch-methodisches Arbeiten mit den jungen Menschen und jungen        Erwachsenden und deren Familien 
  • Aufsicht, Betreuung und alltägliche Versorgung 
  • Schaffung von Voraussetzungen für eine körperlich gesunde Entwicklung
  • Sozialpädagogische Angebote wie heilpädagogische Förderung, Sozial-emotionale Förderung und die Anregung der Persönlichkeitsentwicklung, Einzelförderung/Förderung in der Gruppe, Wahrnehmungstraining, Konzentrationstraining, Trainieren und Einübung von lebenspraktischen Fertigkeiten, Fördern und Erlernen von Sozialverhalten, Achtsamkeitstraining, Personenzentrierte Arbeitstherapie, Entspannungsangebote, Schultraining, Vorbereitung auf die Schulfremdenprüfung

Gewaltschutzkonzept, Sexualpädagogisches Konzept, Beschwerdemanagement, Partizipation Konzept liegen vor.

Schwerpunkt Arbeitspädagogik

Die Arbeitserziehung dient der Herstellung von Schul- oder Ausbildungsfähigkeit, Ausweitung der Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit, der Aufrechterhaltung der Tagesstruktur, dem Erwerb von alltagspraktischen Fertigkeiten und der Entdeckung von Ressourcen. Dabei haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und Interessen die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Arbeitsbereichen zu wählen:Die Arbeitserziehung dient der Herstellung von Schul- oder Ausbildungsfähigkeit, Ausweitung der Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit, der Aufrechterhaltung der Tagesstruktur, dem Erwerb von alltagspraktischen Fertigkeiten und der Entdeckung von Ressourcen. Dabei haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und Interessen die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Arbeitsbereichen zu wählen:

  1. Arbeitsbereich Garten: Hier haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich in einem sicheren und ruhigen Umfeld langsam an den Arbeitsalltag heranzutasten. Das kreative, künstlerische Ausleben ist in diesem Setting als Ausgleich genauso möglich, wie die Arbeit im Garten unter freiem Himmel. Außerdem bietet dieser Arbeitsbereich eine kleine Holzwerkstatt, in der mit dafür ausgebildetem Mitarbeiter:innen für verschiedene Projekte zugearbeitet werden kann. 
  2. Arbeitsbereich Metall: Der Schwerpunkt dieses Arbeitsbereiches liegt auf der Arbeit mit Metall. Dafür bietet die Arbeitsstätte eine Metallwerkstatt mit verschiedenen Geräten zur Bearbeitung von Metall und einen dafür ausgebildeten Mitarbeiter. Dabei sind die Leistungsanforderungen an die Teilnehmer:innen zwar etwas höher als im Arbeitsbereich Garten, das kreative Ausleben sowie das Einfinden im Arbeitsalltag stehen dabei aber gleichermaßen im Vordergrund. 
  3. Arbeitsbereich Holz/ Motorradwerkstatt: Dieser Arbeitsbereich bietet eine große Holzwerkstatt für das Arbeiten mit und an Holz sowie eine kleine Motorradwerkstatt. Damit können verschiedenste Interessen ausprobiert und Projekte verwirklicht werden. Die Leistungsanforderungen an die Teilnehmerinnen ist in diesem Arbeitsbereich zwar höher als bei den anderen beiden Angebotsbereichen, das kreative Ausleben, Entdecken der Interessen und das Einfinden in den Arbeitsalltag haben in diesem Arbeitsbereich jedoch die gleiche Priorität.