Das SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd verbindet junge Menschen mit Förderbedarf und Unternehmen zu einer starken Ausbildungspartnerschaft. Wie das funktioniert, verdeutlicht Joachim Trabold
Das SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd bietet jungen Menschen mit speziellem Förderbedarf eine kompetenzorientierte Berufsausbildung in über 40 verschiedenen Berufen. Auf dem Weg zu ihrem Bildungsziel werden die aktuell über 900 Auszubildenden dabei von einem interdisziplinären Expertenteam unterstützt und zu einem professionellen Umgang mit ihren persönlichen Herausforderungen befähigt. Das Stiftungsunternehmen unterstützt Menschen in den Bereichen Berufliche Bildung, Berufliche Rehabilitation, Jugendhilfe, Kinderbetreuung, Schulen und Fachschulen mit innovativen Bildungsangeboten auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. econo sprach mit dem Prokuristen und Mitglied der Geschäftsleitung Joachim Trabold über die Möglichkeiten, wie junge Menschen ihr Potenzial erkennen und ihren beruflichen Weg finden können.
Herr Trabold, wie können Unternehmen von der Ausbildung des SRH Berufsbildungswerks profitieren und neue Mitarbeiter gewinnen?
Joachim Trabold: Fachkräftemangel, steigende Ausbildungsanforderungen und ein immer komplexer werdender Arbeitsmarkt stellen Unternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar vor große Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es junge Menschen mit Potenzial, die auf dem klassischen Weg schwer Zugang zu Ausbildung und Beruf finden. Eine starke Brücke zwischen beiden Seiten schlägt das SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd. Es ist eines der größten und modernsten Berufsbildungswerke Deutschlands. Als Teil der SRH – einem führenden Anbieter für Bildung und Gesundheit – ist es spezialisiert auf außerbetriebliche duale Berufsausbildung für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf.
Mit unseren maßgeschneiderten dualen Ausbildungskonzepten, praxisnahen Kooperationen und nachhaltiger Integration leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Fachkräftesicherung und eröffnen Unternehmen neue Perspektiven in der Personalgewinnung. Das SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd ist ein starker Partner in der Metropolregion Rhein-Neckar, wenn es um die Ausbildung und Qualifizierung zukünftiger Fachkräfte geht. Jährlich bringen wir über 250 qualifizierte Nachwuchskräfte in mehr als 40 IHK und Kammerberufen hervor – viele davon mit besonderem Förderbedarf, aber genauso leistungsbereit, motiviert und einsatzfähig. Unternehmen haben durch eine Ausbildungspartnerschaft die Chance, potenzielle Fachkräfte bereits während der Ausbildung kennenzulernen und individuell zu fördern. Ein großer Vorteil: Für Betriebe entstehen während der betrieblichen Ausbildungsphasen keine Kosten für Ausbildungsvergütung oder Sozialabgaben. Zudem erhalten Unternehmen Unterstützung durch unsere Fachkräfte und profitieren von attraktiven Fördermöglichkeiten, etwa bei einer späteren Festanstellung. Dass wir mit dem Konzept erfolgreich sind, zeigen auch unsere Vermittlungszahlen: Rund 70 Prozent der Absolventinnen und Absolventen unseres Berufsbildungswerks finden innerhalb eines Jahres eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, in einigen Berufen sogar 100 Prozent.
Wie sieht der genaue Ablauf einer solchen Ausbildungspartnerschaft aus?
Trabold: Die duale außerbetriebliche Erstausbildung findet zunächst in unserem SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd statt und umfasst sowohl die praktische Ausbildung als auch den Berufsschulunterricht. Hier bereiten wir die Auszubildenden nach dem kompetenzorientierten CORE-Modell praxisnah auf ihren jeweiligen Beruf vor. Spannend wird es dann in der sogenannten VAmB-Phase, der Verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken: Hier wechseln die Auszubildenden in ein kooperierendes Unternehmen und sammeln dort wertvolle Praxiserfahrung. Die reguläre Dauer dieser betrieblichen Phase beträgt sechs Monate. Bei gegenseitigem Interesse kann sie sogar auf bis zu 18 Monate verlängert werden – ideal, um potenzielle Fachkräfte langfristig kennenzulernen. Der Ablauf ist unkompliziert: In einem gemeinsamen Erstgespräch mit der Ausbildungsleitung klären wir die Grundlagen, definieren passende Einsatzbereiche und stimmen individuelle Ausbildungsabschnitte ab. Unternehmen erhalten so die Möglichkeit, junge Talente ganz ohne langfristige Verpflichtung kennenzulernen. Ein großer Pluspunkt: Während der betrieblichen Phase steht unser Fachpersonal beratend und unterstützend zur Seite. Auch organisatorische Hürden wie Unfallversicherungsschutz oder Ausbildungsnachweise übernehmen wir. Übrigens: Für diese Form der Ausbildung benötigen Betriebe keine Ausbildereignungsprüfung (ADA-Schein). Das ist eine große Erleichterung für viele Unternehmen.
Wie sieht das Berufe-Portfolio aus?
Trabold: Wir bilden in über 40 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen aus, in enger Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern sowie anderen zuständigen Stellen. Unser Spektrum reicht von kaufmännischen Berufen über IT und Technik bis hin zu kreativen Medienberufen. Konkret unterteilen sich unsere Ausbildungsbereiche in: Wirtschaft und Verwaltung, Elektrotechnik und Elektronik, IT-Berufe, Metall- und Fahrzeugtechnik sowie Kreativberufe und Medien. Ob Fachinformatiker, Elektroniker, Mediengestalter oder Industriekaufleute – wir qualifizieren für viele Berufe, in denen heute händeringend Fachkräfte gesucht werden. Dabei setzen wir auf individuelle Förderung, moderne Didaktik, interaktive Lernräume und praxisnahe Inhalte, um unsere Absolventinnen und Absolventen bestmöglich auf den Arbeitsalltag vorzubereiten. Über 97 Prozent bestehen ihre IHK oder Kammerprüfung im ersten Anlauf. Kooperierende Unternehmen profitieren von motivierten Berufseinsteigern, umfassender Unterstützung und attraktiven Fördermöglichkeiten, ohne eigene Ausbildungskapazitäten aufbauen zu müssen.
Wie sollen Unternehmen im Hinblick auf eine Zusammenarbeit mit dem SRH Berufsbildungswerk vorgehen?
Trabold: Wenn Sie Interesse an einer Kooperation oder konkretem Ausbildungsengagement haben, steht Ihnen unser Ansprechpartner Klaus Imhof (Kontakt per E-Mail an klaus.imhof@srh.de) gerne zur Verfügung. Wir empfehlen ein unverbindliches Gespräch, in dem wir gemeinsam Einsatzmöglichkeiten und konkrete Bedarfe besprechen. In vielen Fällen starten wir mit einem betrieblichen Praktikum oder einer kurzen Projektphase, um beidseitige Erwartungen transparent abzustimmen. Kontaktieren Sie uns einfach! Wir freuen uns, mit Ihnen gemeinsam Fachkräfte für die Zukunft zu entwickeln. Denn, wie wir immer sagen: Die Ausbildung von heute ist der Unternehmenserfolg von morgen