Nach einem intensiven Workshop, in dem Grundlagen und Techniken des Sprayens vermittelt wurden, konnten die jungen Menschen die Motive schließlich eigenhändig auf die Wand bringen. Die Auszubildenden strahlen vor Stolz über das, was sie gemeinsam geschaffen haben. Das Projekt spiegelt die Haltung unseres Bildungsortes wider: Hier sollen junge Menschen ihre Ausbildung und ihren Weg ins Leben aktiv selbst gestalten. Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit stehen im Mittelpunkt. Viele der Auszubildenden haben bereits eine bewegte Geschichte hinter sich. Dieser Ort in Neckargemünd gibt ihnen Raum, sich neu zu entdecken, Stärken zu entfalten und Zugehörigkeit zu erleben. „Ich weiß, dass viele, die mit uns an dem Graffiti gearbeitet haben, ihr Päckchen zu tragen haben“, sagt Janis nachdenklich. Gerade deshalb war es ihm wichtig, mit dem Projekt Selbstvertrauen und Gemeinschaft zu fördern.
Das fertige Werk zeigt Szenen aus dem Leben auf dem weitläufigen 100.000 Quadratmeter großen Campus. Die Wand erzählt von Gaming, Musik, Sport, Freundschaft und Dingen, die die Teilnehmenden bewegen und verbinden. „Graffiti ist ein kreativer Ausdruck, der hilft, Höhen und Tiefen zu verarbeiten“, erklärt Janis, „Graffiti unites!“ In seiner Arbeit erlebt er immer wieder, wie die gemeinsame Gestaltung von Wänden Grenzen überwindet – zwischen Kulturen, Meinungen und Lebenswegen. Respekt, Zusammenhalt und Offenheit prägen dabei den Umgang miteinander.


