
Den Entschluss zu fassen, sich professionelle Unterstützung zu holen, ist ein starker und wichtiger erster Schritt. Damit Sie wissen, wie Sie am besten vorgehen und wie wir Sie dabei begleiten, hilft Ihnen diese Übersicht.
Wenn Sie allgemeine Fragen zum Thema Psychotherapie haben, folgen Sie diesem Link: https://www.psychotherapiesuche.de/fragen-und-antworten
1. Vorbereitung
- Das erste Gespräch: Wenn Sie das Bedürfnis nach einer ambulanten Psychotherapie haben oder den Wunsch äußern, ist Ihr erster Ansprechpartner Ihr Reha-Psychologe oder Reha-Arzt. Sie führen ein ausführliches Informationsgespräch zum Thema Psychotherapie mit Ihnen. Dabei besprechen Sie gemeinsam, welche Themen Sie belasten und ob eine Therapie der richtige Schritt ist.
- Suchkriterien festlegen: Im Gespräch klären Sie gemeinsam Ihre Suchkriterien – zum Beispiel, was Sie von einer Psychotherapie erwarten, wie oft Sie Termine wahrnehmen könnten und welche Rahmenbedingungen für Sie wichtig sind.
- Das gute Gefühl: Machen Sie sich bewusst, dass Ängste, Nervosität oder Sorgen vor Absagen völlig normal sind. Lassen Sie sich davon nicht aufhalten; Sie werden bei diesem Schritt tatkräftig unterstützt
2. Aktive Suche mit Unterstützung
Professionelle Unterstützung bei der Suche: Das Case Management oder auch Ihr Kontaktbetreuer unterstützt Sie aktiv bei den weiteren Schritten und hilft Ihnen dabei, den Überblick zu behalten. Da die Nachfrage nach Therapieplätzen groß ist, ist es wichtig, breit und gleichzeitig an mehreren Stellen zu suchen. Hier gibt es z.B. folgende Anlaufstellen (eine Liste zum Herunterladen findet sich hier ganz unten auf der Seite):
- Terminservicestelle (116117): Per Telefon, App oder Website vermittelt die TSS zeitnah einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde.
- Online-Arztsuche & Portale: Nutzung von Portalen wie der Arztsuche Baden-Württemberg, Therapie.de oder der Tamly App, um kassenbasierte Praxen in Ihrer Nähe zu finden.
- Institutsambulanzen: Kontaktaufnahme zu Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung, die unter Supervision an Kliniken arbeiten.
- Krankenkasse: Anschreiben Ihrer Krankenkasse mit der Bitte um eine aktuelle Liste von Therapeutenadressen
3. Praxen kontaktieren
- Per E-Mail: Halten Sie es kurz und prägnant („Keep it short and simple!“). Therapeuten haben im Alltag selten Zeit für lange Romane. Nennen Sie Ihren Namen, ob Diagnosen bekannt sind, und Ihr Anliegen.
- Per Telefon: Achten Sie auf die angegebenen telefonischen Sprechzeiten (oft auf der Website oder dem Anrufbeantworter). Nennen Sie klar Ihren Namen, Ihr Anliegen, Ihre Diagnosen und hinterlassen Sie unbedingt Ihre Kontaktdaten (Telefonnummer oder E-Mail) für einen Rückruf.
- Unter 18-Jährige: Sind Sie noch minderjährig, wird gezielt nach Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gesucht. Zudem ist in der Regel die Zustimmung Ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten für die Anträge und die Therapie notwendig – sie können Sie bei den Telefonaten und Wegen super unterstützen.
4. Die ersten Termine (Psychotherapeutische Sprechstunde)
- Keine Überweisung nötig: Haben Sie einen Termin für eine Sprechstunde bekommen, können Sie einfach dorthin gehen – eine Überweisung vom Arzt ist nicht erforderlich.
- Verbindlichkeit: Die Anmeldung ist verbindlich. Sagen Sie Termine, die Sie absolut nicht wahrnehmen können, unbedingt rechtzeitig ab, da sonst ein Ausfallhonorar berechnet werden kann.
- Das gegenseitige Kennenlernen (1 bis 3 Termine): Diese ersten Sitzungen dienen dazu, herauszufinden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und ob eine ambulante Therapie passt. Sie prüfen dabei auch für sich: „Kann und will ich mich diesem Menschen öffnen? Stimmt die Chemie zwischen uns?“
- Wichtig zu wissen: Die Sprechstunde ist noch nicht automatisch der dauerhafte Therapieplatz, aber sie ist das wichtigste Eingangstor dafür.
5. Wartezeit sinnvoll überbrücken
Manchmal dauert es etwas, bis man einen festen Behandlungsplatz bekommt. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen! Bis dahin können Sie die Zeit mit folgenden Angeboten überbrücken:
- Rehapsychologisches Gesprächsangebot
- Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) als Unterstützung für den Alltag
- Gruppenangebote im Bereich Health Care
- Ergotherapie, Motopädie, Physiotherapie oder sportliche Angebote
- Lokale Anlaufstellen oder Jugendsprechstunden

Bleiben Sie dran!
Jeder Anruf und jede E-Mail bringt Sie Ihrem Ziel ein Stück näher.